In Deutschland leiden ungefähr 5 von 10.000 Menschen an Narkolepsie. Diese verhältnismässig seltene Krankheit äussert sich durch plötzliche unvermittelte Schlafattacken am Tage, die geradezu zwanghaft auftreten. Sie dauern meistens zwischen 10 und 20 Minuten. Die Patienten sind leicht aus diesem plötzlichen Schlaf aufzuwecken und fühlen sich danach zunächst frisch und ausgeschlafen.
Bei intensiven Gefühlsregungen wie z. B. Freude, Ärger oder Lachen kann ihre Körpermuskulatur plötzlich erschlaffen und die Betroffenen können stürzen oder müssen in die Knie gehen, ohne dass dabei das Bewusstsein verlorengeht. Diesen Vorgang nennt man Kataplexie. Bei manchen Patienten treten beim Einschlafen oder Aufwachen Halluzinationen und automatische Verhaltensweisen auf. Ihr Nachtschlaf ist auseinandergerissen, d. h., sie schlafen nicht mehr 6 bis 8 Stunden an einem Stück.
Die Ursache der Narkolepsie ist bis heute ungeklärt, ein angeborener, vererbter Faktor ist sehr wahrscheinlich. Der Beginn der Erkrankung liegt am häufigsten in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter. Da das erste Auftreten der Erkrankung eher unauffällig ist in Form von Schlafanfällen in Situationen, in denen auch ein Gesunder leicht einschläft, wird die Erkrankung meist erst sehr spät erkannt. Im Mittel dauert es ca. 6,5 Jahre bis zur endgültigen Diagnosestellung. Die Behandlung orientiert sich an den im Vordergrund stehenden Symptomen. Grosse Bedeutung haben verhaltensmedizinische Beratungen. Einschlafattacken und Dauerschläfrigkeit können medikamentös behandelt werden, für die Spannungsverluste der Körpermuskulatur stehen dagegen andere Medikamente zur Verfügung.